Zum Hauptinhalt springenZur Navigation springenZur Fußzeile springen
    Künstliche Intelligenz
    (p(doom))

    p(Doom)

    Auch bekannt als:
    p Doom
    Untergangswahrscheinlichkeit
    existenzielles KI-Risiko
    Aktualisiert: 18.9.2026

    p(Doom) bezeichnet die subjektiv geschätzte Wahrscheinlichkeit eines katastrophalen Ausgangs durch fortgeschrittene künstliche Intelligenz. Der Wert wird als persönliche Überzeugungsstärke angegeben und variiert unter Fachleuten von nahe null bis zu deutlich zweistelligen Prozentwerten.

    Kurz erklärt

    p(Doom) ist die von einer Person geschätzte Wahrscheinlichkeit, dass fortgeschrittene KI zu einer Katastrophe für die Menschheit führt – eine subjektive Überzeugung in Prozentform, keine gemessene Größe.

    Erklärung

    Die Notation stammt aus der Wahrscheinlichkeitsrechnung, das Ereignis dahinter ist jedoch nicht einheitlich definiert: Manche meinen das Aussterben der Menschheit, andere den dauerhaften Verlust menschlicher Kontrolle, wieder andere jede irreversible zivilisatorische Verschlechterung. Auch der Zeitraum bleibt meist implizit. Damit sind zwei Angaben selbst bei identischer Prozentzahl nicht vergleichbar. Der Wert ist eine Credence – eine Wettbereitschaft –, keine Häufigkeitsmessung, und er ist nicht falsifizierbar. In Unternehmen richtet die Zahl deshalb oft Schaden an: Sie erzeugt Scheingenauigkeit, vermischt existenzielle mit betrieblichen Risiken und verschiebt Verantwortung von konkreten Prozessen auf globale Szenarien. Die operativ brauchbare Übersetzung lautet p(Fail): Wie oft scheitert ein definierter KI-gestützter Arbeitsablauf, mit welcher Fehlerdefinition und welchen Kosten. Diese Frage ist messbar, protokollierbar und begrenzbar.

    Relevanz für Marketing

    Für Marketing- und Technologieverantwortliche ist p(Doom) vor allem ein Kommunikationsthema: Der Begriff taucht in Vorstands-, Kunden- und Pressegesprächen auf und verlangt eine belegbare Haltung. Belastbar ist die Aussage, dass kein Fachkonsens existiert und die Schätzungen weit auseinanderliegen. Für Entscheidungen über KI-Einsatz zählen stattdessen Fehlerraten je Anwendungsfall, Freigabeketten und Protokollierung.

    Beispiel

    Ein Vorstand fragt nach einer Presseaussage zu p(Doom). Das Team antwortet nicht mit einer eigenen Zahl, sondern nennt die Streuung der öffentlichen Schätzungen und wechselt auf die eigene Ebene: Der Kundenchat wird eine Woche lang auf falsche Zusagen geprüft, die Rate dokumentiert und eine Freigabepflicht für verbindliche Aussagen eingeführt.

    Häufige Fallstricke

    Eine einzelne Prozentangabe als „Stand der Wissenschaft" zu präsentieren, überschreitet die Quellenlage. Ebenso problematisch sind Vergleiche von Werten ohne geklärte Ereignisdefinition und Zeitraum sowie die Verwendung von p(Doom) als Ersatz für konkrete Risikoanalysen im eigenen Betrieb.

    Entstehung & Geschichte

    Der Ausdruck entstand in Foren der KI-Sicherheitsforschung und wurde ab 2023 breit sichtbar, als führende Fachleute öffentlich Einschätzungen abgaben. Das Statement on AI Risk des Center for AI Safety (Mai 2023) verzichtete bewusst auf jede Zahl und forderte lediglich Priorität für Risikominderung. Die Befragung von KI-Forschenden durch AI Impacts (2023) zeigte einen Medianwert im einstelligen Prozentbereich für extrem schlechte Ausgänge, bei großer Streuung. Seitdem dient p(Doom) vor allem als Positionsmarker in Debatten, nicht als Forschungsergebnis.

    Abgrenzung & Vergleiche

    p(Doom) vs. AI Alignment

    Alignment beschreibt die technische Arbeit daran, Systemverhalten an menschliche Absichten zu binden. p(Doom) ist lediglich eine Einschätzung darüber, wie wahrscheinlich das Scheitern dieser Arbeit ist.

    p(Doom) vs. KI-Risikomanagement

    Risikomanagement arbeitet mit definierten Fehlern, Häufigkeiten und Gegenmaßnahmen in konkreten Prozessen. p(Doom) benennt ein globales, nicht überprüfbares Szenario ohne operative Ableitung.

    Anwendungsfälle im Marketing

    1

    Performance-Marketing-Teams nutzen p(Doom), um Kampagnen-Ideen schneller zu generieren und A/B-Tests in Stunden statt Wochen auszurollen.

    2

    Content-Abteilungen setzen p(Doom) ein, um redaktionelle Pipelines zu beschleunigen — von Recherche und Outline bis zu mehrsprachiger Lokalisierung.

    3

    Im Customer Support liefert p(Doom) die Grundlage für intelligente Chatbots, die Tier-1-Anfragen automatisiert lösen und Tickets um 40–60 % reduzieren.

    4

    Analytics- und Insights-Teams kombinieren p(Doom) mit BI-Dashboards, um große Datenmengen in Echtzeit zu interpretieren und proaktive Handlungsempfehlungen abzuleiten.

    5

    Produkt- und Innovationsabteilungen prototypisieren mit p(Doom) neue Features, ohne tiefe Engineering-Ressourcen zu binden.

    6

    Compliance- und Legal-Teams setzen p(Doom) ein, um Verträge, Briefings und Marketing-Assets automatisiert auf regulatorische Anforderungen wie den EU AI Act zu prüfen.

    Häufige Fragen

    Gibt es einen wissenschaftlich gültigen p(Doom)-Wert?

    Nein. Es existiert kein Konsenswert und keine Methode, die eine solche Zahl empirisch begründen könnte. Öffentliche Angaben prominenter Fachleute reichen von nahe null bis zu deutlich zweistelligen Prozentwerten, und selbst breite Befragungen zeigen große Streuung statt eines belastbaren Mittelwerts.

    Warum ist p(Doom) für Unternehmensentscheidungen ungeeignet?

    Weil Ereignisdefinition, Zeitraum und Datenbasis fehlen. Eine Prozentangabe ohne diese Bestandteile lässt sich nicht in Maßnahmen übersetzen. Brauchbar ist stattdessen die Frage nach der Fehlerwahrscheinlichkeit eines konkreten Arbeitsablaufs, weil sich Fehler dort definieren, messen und begrenzen lassen.

    Wie antwortet man auf die Frage nach dem eigenen p(Doom)?

    Am besten mit der Sachlage statt mit einer Zahl: Ereignis klären, Streuung der Fachmeinungen benennen und auf die betriebliche Ebene wechseln. Dort lässt sich zeigen, welche Fehler das eigene System machen kann, wie oft das vorkommt und wer solche Fälle freigibt.

    Verwandte Services

    Tiefer einsteigen: Agentic AI Hub · Modellvergleich 2026